Mein Tagebuch

Tagebuch

20. April 2016

Gestern hatte ich ein Erlebnis, das ich wert finde, aufzuschreiben.

Wieder einmal hatte ich meinen Sklaven Georg einbestellt. Inzwischen sind wir gut vertraut und die Beziehung hat eine persönliche Note bekommen. So war schon seine Ankunft und meine Reaktion, als er so 10 Minuten zu früh kam – in der Regel mag ich es gar nicht, wenn jemand zu früh kommt, denn meist habe ich bis zur letzten Minute irgendetwas zu tun – eine Situation, die ich witzig gestalten konnte. Ich war gestern wirklich sehr guter Dinge, energiegeladen und anscheinend auch inspiriert und im Fluss.

So kam ich gar nicht so sehr vom Machen und Funktionieren her mit meinem Handeln, sondern vom „aus dem Moment heraus schöpfen“ und mich selbst davon überraschen lassen. Sehr interessant.

Jedenfalls musste Georg erst noch auf mich warten – wie gesagt er war zu früh und ich noch mit irgendetwas beschäftigt – und ich habe das auch ganz klar und transparent gemacht. Du bist zu früh, bekommst dafür Extrahiebe … er antwortet mit einem kurzen Wimmern – und ich mache das jetzt fertig, was ich gerade noch machen will. Du wartest. Klar, damit konnte er sich gut arrangieren, ist er doch Sklave.

Als ich dann rein kam, spürte ich meine eiskalten Hände. Es war wohl etwas frisch, überall die Heizungen abgedreht. So wärmte ich mir kurzerhand meine Finger einfach an Georgs noch in Hemd und Pulli verpackter Brust und konnte bei der Gelegenheit gleich erste Kneifer dort platzieren. Wieder begleitet von Georgs Wimmern. Sehr amüsant war auch, als ich plötzlich spontan die Idee hatte – ich war noch in Alltagskleidung – mir mit einem Ratsch meinen Ledergürtel aus der Jeans zu ziehen. Ich fand das extrem lustig und schnappte mir den Georg, der ebenfalls in Alltagskleidung war und gab ihm gleich mal ein Dutzend mit dem Gürtel über die Hose. Das waren dann wohl die Extrahiebe fürs Zu Früh kommen, was mir allerdings jetzt erst auffällt.

Und so entspann sich das immer weiter. Aus einem Wort, das ich Georg sagte und ich wach und gegenwärtig aufgriff, entspann sich ein Rollenspiel. Ich folgte dabei einfach dieser inneren Spur, die das Wort und später auch die daraus entstehende Geschichte in mir auslöste. Das war zwar nicht spektakulär, aber permanent sehr anregend. Also es war so: Georgs Wort griff ich auf und lenkte damit das Rollenspiel ein, er wiederum stieg darauf ein und so ging das dann weiter und fühlte sich für mich annähernd so an wie ein gemeinsamer Tanz.

Klar war ich dabei in der dominanten Rolle, in der Führung und Georg folgte. Ich fand es großartig, das so zu entwickeln und zwar vor allem deshalb, weil auch ich selbst überrascht war von dem, was passierte und sich entspann. Und auch für Georg war das schön, auch wenn er seine Tracht Prügel bekam. Die gehört nunmal dazu und hatte diesmal einen amüsanten und  erotisch schambesetzten Kontext. Auf jeden Fall ausbaufähig.

Das ist es, was ich als „Flow“ empfinde und das ist es im Grunde, was mich am SM interessiert. Und natürlich habe ich das schon immer wieder mal erlebt, dass sich dieses Gefühl einstellt. Doch herausgefunden, welche Aspekte das fördern und welche es verhindern, habe ich noch nicht so bewusst. Da werde ich mich mal auf die Spurensuche machen und deswegen schreibe ich darüber. Damit es nicht in Vergessenheit gerät.

Die Session etwas später mit einem Spontanbesucher, den ich nur von einem Besuch her kannte, war übrigens genauso anregend und im Flow. Auch er hat das gespürt.

Ja, da will ich hin.

Ganz weg von der „One-Women“ Show der Herrin, die beide, Herrin und Sklave, wie in sich gespalten erleben. Die Herrin als Macherin und ohne innere Beteiligung und der Sklave als Erlebender und Konsument, manchmal sogar urteilender Beobachter zugleich. Das kenne ich zur Genüge. Da bin ich allerdings auch schon längst entschieden und greife steuernd ein. Und was mir klar ist, wenn ich will, dass meine Sklaven und die Besucher mehr in die Haltung des sich Einlassens statt Konsumierens gehen, muss auch ich bereit sein, mich einzulassen auf die Situation. So bin ich auch wählerisch geworden. Ich will nicht alles, was mir angeboten wird in mich einlassen.

Erstmal soviel dazu.